Heute morgen habe ich sehr gelacht. Ich war noch beim Zähnebürsten und hatte mir das Radio angemacht. Ein bißchen Musik kann beim schwungvollen Start in den Tag helfen. Aber es wurde geredet, man hatte eine Reportage aus dem Zoo vorbereitet. Bei Hagenbeck in Hamburg gab es in diesem Jahr Tigernachwuchs und der soll nun mit den christlichen Weihnachtsbräuchen vertraut gemacht werden. Morgen ist Nikolaustag, eine gute Gelegenheit den verspielten Katzen eine Überraschung vor die Stalltür zu legen. Ich war dankbar für die Erinnerung, denn mir war das mit dem sechsten Dezember irgendwie gar nicht präsent. 

Ich hatte gerade den Mund voller Wasser, als die Frage aufgeworfen wurde: “Was würde denn den Tigern am besten gefallen?” Darauf antwortet der Moderator trocken: “Wahrscheinlich ein ganzer Nikolaus”. Wunderbar, das würde auch in UK durchgehen.

 

Der Nikolaus war da. Hier allerdings nicht bei Hagenbeck, sondern bei den Tigern im London Zoo, Regent’s Park.

 

Einen Augenblick später werden Hausfrauen im Alten Land nach ihren Weihnachtsgewohnheiten gefragt. “Wie gestalten Sie den Weihnachtsabend?” Darauf antwortete die ebenso bodenständige wie patente Landfrau: “Wir kochen seit 25 Jahren eine Flugente.” Nachfrage des Reporters: “Jedes Jahr eine andere oder immer dieselbe?” Für den gebe ich auch fünf Sterne.

Und was machen die Engländer in diesen Tagen? Nun, einen Nikolaustag kennen sie nicht, aber ich vermute er wird bald eingeführt, denn in Sachen Christmas Festivities imitieren sie uns gerne. Ansonsten machen sie das, was jedes Jahr passiert. Sie lassen den edlen Zwirn morgens im Schrank hängen und schlüpfen seit dem 1. Dezember in den Christmas Jumper. Endlich dürfen sie sich auch mal geschmacklos anziehen und das wird weidlich genossen. Nun gut, am 27. ist alles vorbei, dann trägt der Mann wieder business style und das heißt: Nach sechs keine braunen Schuhe.

 

Heute morgen im St James’s Park. Der Londoner ist sportlich. Oder joggt hier womöglich ein Promi?