Langes Osterwochenende und Temperaturen bis zu 25° Celsius. Was will man mehr. Perfekte Bedingungen für den Ausflug an die See. Ganz London ist auf dem Weg an die Südküste, nach Worthing oder Brighton. Und wer sich noch einen zusätzlichen Urlaubstag gegönnt hat, fährt gleich bis nach Dorset durch. Dort, an der Jurassic Coast, lässt es sich gut aushalten und mit ein bißchen Glück findet man sogar noch einen uralten Dino-Knochen oder einen Säbelzahn vom Tiger. Vielen Engländern ist Cornwall zu überlaufen und deshalb bleiben sie lieber in den nicht ganz so bekannten Grafschaften wie Dorset oder Somerset. Der Ort Lyme Regis liegt direkt an der Küste und hat ein ‘Dinosaurland’. Dort werden fossile Reste gezeigt, von Tieren, die längst ausgestorben sind. Sie lebten hier und ihre Knochen findet man noch heute.

 

Die Jurassic Coast mit ihren berühmten hohen und steilen Kliffs. Inzwischen auch Schauplatz einer spannenden Krimireihe mit dem Titel “Broadcoast”

 

Weniger beliebt sind die Seemöwen. Sie werden immer aggressiver, denn sie haben längst jede Angst vor den Menschen verloren. Statt sich den Fisch selbst zu fangen, klauen sie ihn rücksichtslos aus der Fish & Chips Box der Urlauber. Die Vögel sind verdammt groß, haben einen langen, spitzen Schnabel und scharfe Krallen. Kleine Hunde sind ihnen schon zum Opfer gefallen und da hört der Spaß dann endgültig auf. Selbst das Parlament in Westminster beschäftigte sich schon mit der Frage, wie man sich vor den seagulls schützen kann, ohne sie gleich der Ausmerzung preis zu geben. 

Ein guter Kompromiss ist der Einsatz von Greifvögeln. Selbst im belebten London kann man sie frühmorgens über dem Trafalgar Square jagen sehen. Sie werden von ihren Pflegern dorthin gefahren und sobald der Touristenstrom einsetzt, wieder in den sicheren Hort zurückgebracht. Hier an der Küste nutzt man größere Vögel, beispielsweise Adler. Einer davon ist Kojak, ein prachtvoller bald eagle. Zusammen mit seinem Trainer verbringt er ein Dienstwochenende in Lyme Regis. Beide zusammen wachen über die Sicherheit der Gäste und alleine der Anblick des gewaltigen Vogels reicht aus, um die frechen Seemöwen auf gehörigen Abstand zu halten.

 

Foto: Daily Telegraph, Graham Hunt/BNPS