Letzte Woche, am 22. September, wurde weltweit der Rhinozeros-Tag gefeiert. Haben Sie es mitbekommen? Ich schon, denn ich war gerade in London angekommen. Einer meiner ersten Spaziergänge führte mich zur St Paul’s Cathedral. Die Kirche liegt zentral und ist ein guter Startpunkt für Ausflüge in alle Himmelsrichtungen. Mich interessiert dort aber noch etwas anderes, nämlich das ‘City of London Information Center’. Ein großer Glaspavillion, direkt vor der Kathedrale, wo man sich bestens über London informieren kann. Diverse Stadtpläne, Touren, Guides etc. liegen kostenfrei zur Mitnahme bereit. Und die Mitarbeiter beantworten gerne alle Fragen der Touristen. Leider hatte ich es etwas eilig, versäumte mich danach zu erkundigen, was speziell gerade los ist, und prompt ging mir der Rhino-Day durch die Lappen. Das ist wirklich schade, denn es wäre eine tolle Herausforderung gewesen, mit der Kamera alle zwanzig Orte aufzusuchen, wo man die Tiere aufgestellt hatte.

 

Die erste Rhino Figur entdecke ich vor der St Paul’s Cathedral. Weil bei dem Tier am vorderen Ende viel Andrang herrschte, versuche ich es mal am ‘bottom’ und der eignet sich bestens für ein witziges Foto.

 

Zum Glück bin ich noch am selben Tag von alleine über drei der Installationen gestolpert, denn alle waren an prominenten Orten aufgestellt. Nur für zwei Tage schmückten die bunt bemalten Figuren Londons Innenstadt, dann wurden sie wieder eingesammelt und in das Auktionshaus Christie’s gebracht. Dort kann man sie dann Anfang Oktober meistbietend ersteigern. Hoffentlich kommt dabei viel Geld zusammen, denn es geht um einen guten und wichtigen Zweck.

 

 

Veranstalter des ‘Rhino Trail London’ war die Organisation ‘Tusk’, die seit fast drei Jahrzehnten sich besonders um die vom Aussterben bedrohte Tierwelt in Afrika kümmert. Dazu gehören leider auch die Rhinos. Einer der besonders aktiven Unterstützer von Tusk ist der Duke of Cambridge, also Prinz William und auch sein Bruder Harry ist seit Jahren sehr aktiv in die Arbeit dieser Leute eingebunden. Namenhafte Firmen gehören zu den Sponsoren von Tusk, darunter Unternehmen wie Audi oder Shell. Und dann sind da noch etliche Künstler, die sich für die Arbeit von Tusk einsetzen. Bei dem zweitägigen Rhino Trail in London hat man auch auf deren Arbeit zurückgegriffen, denn jede Figur war handgefertigt und oft sehr witzig von ihnen gestaltet worden. Andere, wie Musiker Ronnie Woods von den Rolling Stones, liessen es ich nicht nehmen persönlich vorbeizuschauen. 

 

Der Herr mit Sonnenbrille ist eine echter Rolling Stone. Es handelt sich natürlich um Ronnie Wood, der in London lebt und der die Arbeit von Tusk engagiert unterstützt.

 

Leider habe ich nur wenige Fotos von den Tieren gemacht und vor Ort gar nicht verstanden worum es eigentlich geht. Zuhause habe ich es nachgeholt und denke die Sache ist einen Beitrag in diesem Blog wert. Nächstes Mal bin ich schlauer; wenn dann etwas meine Aufmerksamkeit erweckt, werde ich mir die Zeit nehmen, mich pro-aktiv vor Ort zu informieren. Mir fällt es noch immer nicht leicht, in London die nötige Gelassenheit zu finden, um der Stadt gerecht zu werden. Immer entdecke ich Neues und immer glaube ich alles mitnehmen zu müssen. Und prompt lasse ich so manches Highlight einfach unbemerkt Stehen. Die Rhino Figuren hätten ein tolles Fotoprojekt abgeben, nun ja, vielleicht kehrt etwas änliches in den nächsten Jahren noch einmal nach London zurück. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher. Wichtiger ist erst einmal, dass die Tiere in ihrer Heimat die Bedingungen finden, die sie brauchen, um dauerhaft zu überleben. Darum kümmert sich Tusk (https://www.tusk.org) und ich unterstütze deren Arbeit sehr gerne.

 

Als bei mir der Groschen fällt, ist es leider zu spät. Ich bin auf dem Weg zur Station Covent Garden, um mit der Bahn zum Flughafen Heathrow zu fahren. Vor der Markthalle entdecke ich eine weitere Rhino Figur.